ABÖE e.V.

Gardeniser 2016                                                       

Gardeniser 2016 ist eine 9-teilige Fortbildungsreihe, die Mitarbeitende sozialer Einrichtungen berufsbegleitend für den Aufbau und die Leitung eines Gemeinschaftsgartens qualifiziert. Gemeinschaftsgärten sind geeignet als innovativer Ort des Lernens, der Integration und des sozialen Miteinanders für Einrichtungen der Bildung und der sozialen Arbeit, die auf der Suche nach niedrigschwelligen Programmen sind, um Tagesstruktur und Fördermöglichkeiten für die unterschiedlichsten Zielgruppen zu bieten, z.B. Ältere, Arbeitslose, Menschen mit körperlicher oder psychischer Beeinträchtigung, sozial Schwache, Alleinerziehende und Migranten. Im Gemeinschaftsgarten können auch Zielgruppen aktiviert und Klienten gefördert werden, die über rein sprachbasierte Angebote schwer zu erreichen sind.

Die berufsbegleitende Qualifizierung Gardeniser 2016 richtet sich an Sozialpädagog_inn_en und andere Mitarbeitende sozialer Einrichtungen. Die von ABÖE e. V. eingesetzten Trainer_innen sind erfahrene Pädagog_inn_en und Gemeinschaftsgärtner_innen. 

BASISMODUL: Gründung eines Gemeinschaftsgartens, 2 ½ Tage

Im Basismodul werden die Ansätze und Möglichkeiten von Gemeinschaftsgärten in der sozialen Arbeit aufgezeigt. Nach der Vorstellung guter Praxis können die Teilnehmenden in der „Konzeptwerkstatt“ eigene Ideen für Gartenprojekte darstellen und weiter ausarbeiten. Dabei werden sie von den anderen Teilnehmenden und den Dozenten unterstützt. Im Zentrum des Basismoduls steht die Anleitung zur Gründung eines Gemeinschaftsgartens innerhalb und auch außerhalb bestehender Einrichtungen. In diesen 2 ½ Tagen werden den Teilnehmenden die Basiskenntnisse für die Implementierung und den Aufbau eines Gemeinschaftsgartens in konzentrierter Form vermittelt.

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MODUL 1: Koordination des Gartenprojekts, 2 Tage

Einen Gemeinschaftsgarten zu organisieren ist eine vielseitige Aufgabe. Ein gutes Selbstmanagement ist für die Bewältigung dieser Aufgaben unverzichtbar. Ebenso hilfreich sind Kenntnisse des Projektmanagements. Nach einer allgemeinen Einführung in das Selbst- und das Projektmanagement werden die besonderen Anforderungen an das Management von Gemeinschaftsgarten-projekten betrachtet. Dabei wird auch berücksichtigt, dass ein Gemeinschafts-garten Teil einer sozialen Einrichtung, z. B. eines Wohnheims für Menschen mit psychischen Erkrankungen, sein kann.

Die Einführung in das Projektmanagement von Gemeinschaftsgärten erfolgt an Beispielen aus der Praxis. In Kleingruppen werden typische Aufgaben des Projektmanagements von Gemeinschaftsgärten simuliert. Auf diese Weise sammeln die Teilnehmenden konkrete Erfahrungen bei der Organisation von Abläufen in einem Gemeinschaftsgarten.

MODUL 2 a): Gärtnerische Grundlagen, 2 Tage

Auch wenn für die Tätigkeit des/der Gartenorganisatorin/-organisators nicht unbedingt der „grüne Daumen“ verlangt wird, sind gärtnerische Kenntnisse doch sehr hilfreich. Nach einer Einführung in unterschiedliche Konzepte, die für einen „Ökogarten“ zur Auswahl stehen, werden die wichtigsten Grundkenntnisse und ‑fertigkeiten für das ökologische Gärtnern vermittelt. Dieses Seminar wird in Zusammenarbeit mit einem Gemeinschaftsgarten in Berlin durchgeführt, um den Teilnehmenden die Möglichkeit des Erfahrungslernens zu bieten. Die Lerninhalte werden so differenziert, dass nicht nur „Gartennoviz_inn_en“ sondern auch erfahrene Gärtner_innen in diesem Modul viel Neues lernen können. 

MODUL 2 b): Permakultur, 2 Tage

Permakultur ist ein Konzept zum Aufbau landwirtschaftlich produktiver Lebensräume, die ebenso stabil, komplex und produktiv wie natürliche Ökosysteme sein können, aber gleichzeitig vor allem aus Pflanzen und Tieren bestehen, die dem Menschen nützen. Mit seinen ethischen Prinzipien ist die Permakultur eine Methode, die sehr geeignet ist für Gemeinschaftsgärten in der sozialen Arbeit.

In diesem Modul erhalten die Teilnehmenden eine Einführung in das Permakultur-Konzept und eine Anleitung zum Aufbau eines Permakultur-Gartens. Veranschaulicht werden die Inhalte vor Ort am Beispiel „Interkultureller Permakulturgarten Hamburg-Altona“ in Hamburg.

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MODUL 3: Gruppenprozesse gestalten, 2 Tage

Die Gartengruppe ist der Kern des Gemeinschaftsgartens. Ihre Bildung steht am Beginn des Gartenprojektes. Die Mitglieder der Gartengruppe vereinbaren ihre Zusammenarbeit und die Gartenregeln. Da Gruppenprozesse nur selten über lange Zeit problemlos verlaufen, ist der angemessene Umgang mit Konflikten eine zentrale Anforderung an den/die Gartenorganisator_in.

Ein anderer wichtiger Bereich der Gestaltung von Gruppenprozessen ist die Einrichtung von Strukturen zur gemeinschaftlichen Entscheidungsfindung. In diesem Modul werden Konzepte und Methoden vorgestellt, die für die Gestaltung von Gruppenprozessen in Gemeinschaftsgärten relevant sind. 

MODUL 4: Finanzierung und Marketing, 2 Tage

Wie kann ein Gemeinschaftsgarten finanziert werden? Welche Finanzierungsquellen können genutzt werden? Welche besonderen Möglichkeiten haben soziale Einrichtungen und gemeinnützige Vereine? Die richtigen Antworten auf diese Fragen sind überlebenswichtig für das Gartenprojekt.

In diesem Modul werden die vielfältigen Finanzierungsmöglichkeiten für Gemein-schaftsgärten innerhalb und außerhalb bestehender Einrichtungen dargestellt. Dabei wird auch aufgezeigt, warum in Gemeinschaftsgärten Finanzierung und Marketing zwei Seiten derselben Medaille sind. 

MODUL 5: Rechtliche Grundlagen, 2 Tage

In diesem Modul werden die wichtigsten Regelungen des öffentlichen Rechts und des Privatrechts erklärt, die bei der Gründung und den Betrieb eines Gemein-schaftsgartens zu beachten sind.

Einen großen Raum nehmen dabei die Darstellung der geeigneten Rechtsformen für rechtlich selbständige Gemeinschaftsgärten und die Anleitung zur Gründung eines Idealvereins ein.

Im vertragsrechtlichen Teil werden auch arbeitsrechtliche Aspekte berücksichtigt, da insbesondere bei den rechtlich eigenständigen Gemeinschaftsgarten auch die Frage zu stellen ist, ob und in welcher Form der/die Gartenorganisator_in ein Entgelt für seine bzw. ihre Tätigkeit erhalten darf. 

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MODUL 6: Gemeinschaftsgärten anlegen, 2 Tage

Je nach den Zielen und Funktionen des Gemeinschaftsgartens sind bestimmte Anforderungen an die Gartenplanung zu stellen. Nach einer allgemeinen Anleitung zur Gartenplanung werden die Besonderheiten aufgezeigt, die bei der Gestaltung eines Gemeinschaftsgartens zu berücksichtigen sind. Dabei werden auch die speziellen Anforderungen der Gruppen berücksichtigt, auf den der Gemeinschaftsgarten ausgerichtet ist (z. B. abhängigkeitskranke Menschen, Demente, Rollstuhlfahrende) 

MODUL 7: Stabilisierung und Professionalisierung, 2 Tage

„Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns, vor uns liegen die Mühen der Ebenen.“ Dieser Satz von Bertold Brecht ist könnte auch der Titel dieses Moduls sein. Die Phase der Gründung und Implementierung des Gemeinschaftsgartens ist zu Ende, und nun beginnt die Aufgabe, das Erreichte zu stabilisieren und Schritt für Schritt auszubauen. In diesem Modul werden Antworten auf die wichtigsten Fragen gegeben, die für die Zukunftssicherung des Gemeinschaftsgartens zu stellen sind:
Wie gewinnen wir Unterstützer aus dem Umfeld und wie gestalten wir die Beziehungen zu ihnen?
Welche Kenntnisse sind für die dauerhafte Stabilisierung des Gartens erforderlich und welche Qualifizierungsangebote gibt es dazu?  

ZUSATZMODUL: Gärtnern mit Flüchtlingen, 2 Tage

Die Integration und die berufliche Qualifizierung von Geflüchteten ist eine Aufgabe, mit der sich viele Bildungsträger heute konfrontiert sehen. Doch gerade Projekte mit Flüchtlingen brauchen ganz spezifische Bedingungen, um erfolgreich zu sein. In diesem Modul werden gelungene Projekte vorgestellt und die Faktoren für ihren Erfolg herausgearbeitet. Außerdem erhalten die Teilnehmenden Hintergrundinformationen zu den Themen Migration und Flucht.  

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Wir empfehlen Ihnen gern Unterkunftsmöglichkeiten in der Nähe des Seminarortes und arrangieren eine gemeinsame Seminarverpflegung für alle Teilnehmenden vor Ort. Unterkunft und Verpflegung sind in den Teilnahmegebühren nicht enthalten. 

Anmeldeschluss ist der 29. Februar 2016 für die komplette Fortbildung. Einzelmodule können bei freien Plätzen bis jeweils zwei Wochen vor Seminarbeginn gebucht werden. Seminare finden ab acht Teilnehmenden statt. 

Kostenübersicht:

Basismodul 340 €, alle anderen Module jeweils 270 €. Mehr als 10% Rabatt bei gleichzeitiger Buchung des Basismoduls plus Module 1-7 (ohne Zusatzmodul): 1.980 € statt 2.230 € 

Die Teilnehmenden-Kosten sind zudem bis zu 50% förderfähig – wir beraten Sie gern telefonisch oder bei einem persönlichen Termin!

Termine: Den Flyer zur Fortbildung Gardeniser mit allen Terminen als PDF finden Sie hier.

Für weitere Auskünfte zur Gardeniser-Fortbildung 2016 stehen Ihnen zur Verfügung:

Dr. Magda Doering, Seminarleitung magda.doering@aboee.de
Gerhard Noack, Beratung gerhard.noack@aboee.de

Die Gardeniser-Fortbildungsinhalte wurden 2015 in einem Pilottraining erprobt, wurden fortentwickelt und nun 2016 im Zeitraum von März bis Oktober als Folge von neun Teilseminaren in Berlin angeboten. Ein Video des Pilottrainings im April 2015 finden Sie unter https://youtu.be/DQm2tYdBOhM.

Die Gardeniser-Fortbildung ist im Rahmen des vom Europäischen Sozialfond geförderten Projekts „Gardeniser: Otesha training for Community GARDen OrgaNISERs“ (10.2013 - 9.2015) entstanden und wurde von ABÖE e. V. weiterentwickelt.

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Riesstrasse 72
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Tel.: 04292/8196002
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